Medizinisch
Wissenschaftliches

Tierärztliche Praxis für Pferde
Dr. med. vet. E. C. Jebe

Unsere Empfehlung

Dr. med. vet. E. C. Jebe

Nach einer eingehenden klinischen Untersuchung des Pferdes in Ruhe und ggf. auch unter Belastung empfiehlt es sich bei vielen Patienten, eine weiterführende Diagnostik in Form von einer Endoskopie bzw. Bronchoskopie durchzuführen. Dieser Eingriff ist für das Pferd nicht schmerzhaft und kann im heimatlichen Stall durchgeführt werden. So entfällt der Transport in eine Klinik, in der gewohnten Umgebung ist der Patient weniger Stress ausgesetzt. Bei der Endoskopie werden die Atemwege mit Hilfe eines optischen Gerätes (sog. Endoskop) untersucht. In der Regel wird das Pferd vorab sediert. Dann führt man das Bronchoskop durch die Nüster und den unteren (ventralen) Nasengang bis zum Kehlkopf vor. Es werden die sog. Aryknorpel und der Kehldeckel (Epiglottis) beurteilt. Dann wird das Bronchoskop in die Luftröhre (Trachea) bis zur Aufteilung in die zwei Hauptbronchen vorgeschoben. Man achtet auf Rötungen, Schleim, Verformungen oder Zubildungen im Bereich der Luftröhre und gewinnt eine Sekretprobe (sog. Trachoabronchialsekret, TBS).

Die Sekretprobe wird in einem speziellen Labor auf das Vorhandensein von Bakterien und Pilze untersucht, außerdem werden die darin vorhandenen Zellen beurteilt (Zytologie), um weitere Informationen zum vorliegenden Krankheitsgeschehen zu erhalten. Aufgrund der Laborbefunde können in der Regel akute von chronischen Atemwegserkrankungen differenziert werden und die Therapie entsprechend ausgerichtet werden.

Dr. E. C. Jebe
Fachtierärztin für Pferde

Kleiner Kräuterguide

Was die Natur den atemwegserkrankten Pferden bietet, reicht allein meist nicht aus, ist jedoch eine gute Ergänzung zur Inhalationstherapie.
Thymian
Leidet das Tier unter Husten und entzündeten Atemwegen, eignet sich idealerweise einen Tee aus Thymian zu kochen oder das Kraut frisch, wie auch getrocknet, dem Futter beizugeben. Die positiven Wirksamkeiten sind besonders stark als schleimlösend, krampflösend, antibakteriell und wundheilend anzusehen.
Spitzwegerich
Genutzt werden die Blätter, die den Hustenreiz hemmen und das Immunsystem stimulieren. Ihre Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend und bakterizid. Im Spitzwegerich sind die Iridoide enthalten, besonders hoch ist Aucubin. Es sorgt unter anderem dafür, dass die Pflanze nicht schimmelt. Darüber hinaus wirkt es antibiotisch und reizlindernd bei Insektenstichen und Hautentzündungen.
Schwarzkümmel
Sogar bei Krebs und Asthma soll Schwarzkümmel hilfreich sein. Er soll entzündungshemmende und antibakterielle (Bakterien) sowie antivirale (Viren) und antimykotische (Pilze) Eigenschaften besitzen – das macht ihn so wertvoll.
Malve
Die wilde Malve begleitet uns den ganzen Sommer blühend in Rosa oder Lila. Die Blätter werden bei Entzündungen im Mund-Rachenraum und bei Reizhusten eingesetzt. Die Blätter, Blüten und Samen enthalten Schleimstoffe, Flavonoide und Anthocycane.
Lindenblüten
Lösen den Schleim, lindert den Hustenreiz und hemmt Entzündungen. Lindenblüten eignen sich besonders gut bei akuten und chronischen Atemwegserkrankungen. Wirksame Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Flavonoide, Schleimstoffe und Bitterstoffe.
Königskerze
Eingesetzt werden die Blüten der Königskerze bei Asthma, Bronchitis, Entzündungen der oberen Atemwege, Husten und Reizhusten. Die ätherischen Öle, Flavonoide und Saponine wirken auswurffördernd und lindert Reizhusten.
Kapuzinerkresse
Die Blüten und das Kraut stärkt bei bakteriellen Infektionen und Befall von multiresistenten Keimen MRSA die Abwehrkräfte. Das breite mikrobielle Spektrum wird gern nach erfolgloser Antibiose, hartnäckige Atemwegsbeschwerden, offene Mauke oder auch Infektionen der Harnwege eingesetzt.
Isländisch Moos
Das isländisch Moos ist eine Flechte, hat einen bitteren Geschmack und ist bekannt als reizmildernd und stärkend für die Schleimhäute. Viele Schleimstoffe, Vitamin B12, Bitterstoffe und Flechtenstärke sind enthalten. Die Mineralsubstanz ist Kieselsäure und sie ist die jodhaltigste Pflanze an Land. Zusätzlicher Effekt ist die Immunmodellierung.
Huflattich
Huflattich gehört zu den ältesten bekannten Hustenmitteln. Eingesetzt wird die Pflanze bei Husten und Bronchitis. Huflattich fördert das Abhusten, weil er wertvolle Schleimstoffe, Gerbstoffe und Mineralsalze enthält. Die Blätter des Huflattichs sollen zudem blutreinigend, beruhigend und schweißtreibend wirken.
Fenchel
Die meiste Power vom Fenchel liegen in den Samen. Anethol und Fenchon sind die ätherische Öle daraus, sie verflüssigen das Sekret in den Bronchien und erleichtern das Abhusten. Sie hemmen Pilz- und Bakterienwachstum. Im Fenchel steckt Vitamin C, Provitamin A, Vitamin B1, B12, B9, Vitamin E, Vitamin K, Kalium, Eisen, Kalzium, Magnesium und Ballaststoffe.
Eibischwurzel
Neben reichlichem Gehalt an Schleimstoffen in den Wurzeln, enthalten die Blätter und Blüten auch ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide. Die Schleimstoffe können einen Schutzfilm über die gereizten Schleimhäute bilden, um sich zu regenerieren.
Biebernellen Wurzel
Die Biebernelle wirkt entzündungshemmend und auswurffördernd. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Cumarin, Harze, Saponine
Anisfrucht
Die Inhaltsstoffe der Heilpflanze Anis wirken antimikrobiell und leicht krampflösend. Das gewonnene ätherische Öl aus der Pflanze hat eine schleimfördernde Wirkung. Sie wird bei Husten, Bronchitis und auch bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Foto von Anisfrucht

Pferdeosteopathie
Manuela Burtelt

Warum hustet ein Pferd – Auf der Suche nach der Ursache!

Ganz ehrlich, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Es gibt so irre viele Gründe, warum ein Pferd husten kann: akuter Infekt, chronische Bronchitis (RAO bzw. COPD o. COB), Stress, Verspannungen oder ist das Organsystem aus der Balance geraten? Und was ist eigentlich die Ursache?
Gar nicht selten entsteht ein Husten durch Spannungszustände und Dysfunktionen im myofaszialen, viszeralen und cranio-sacralen Gewebe. Diese Fehlspannungen können z.B. durch Verklebungen im Bereich des Urogenitaltraktes entstanden sein: Beispielsweise durch eine Geburt, Kastration, OP-Narbe etc. Übersäuerung des Körpers verursacht aber auch Verklebungen im Gewebe.
Es wäre auch möglich, dass ein Husten durch eine langjährig bestehende Schiefe des Pferdes entsteht. Vielleicht ist ein schon sehr lang zurückliegender Unfall, der in Vergessenheit geraten ist, die Ursache oder ein Überschlag auf der Weide, den man gar nicht mitbekommen hat. Genauso kann es sein, dass eine vorgeburtliche „Schieflage“ (zu wenig Platz in der Gebärmutter) oder die Kompression des Schädels bei der Geburt – wodurch eine extreme körperliche Schiefe entstehen kann – zur Ursache wird. Das Pferd geht immer mehr in Schonhaltung, ein Dominoeffekt entsteht – eine sogenannte Ursachen-Folge-Kette!

Bei den genannten Möglichkeiten spielt ein verspanntes Zwerchfell eine zentrale Rolle. Es ist DER Atemmuskel und bildet die Mitte der Statik des Pferdes. Ist das Zwerchfell verspannt, wird das Pferd verhindert, die Lunge in vollem Umfang zu nutzen und ist damit auch nicht in der Lage, den evtl. vorhandenen Schleim abtransportieren zu können. Häufig höre ich, dass das Heu zu staubig ist und davon würde das Pferd husten. Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass das Pferd schon länger mit einem eingeschränktem Zwerchfell rumgelaufen ist, bevor die Problematik entstanden ist. Dahinter verbirgt sich oft eine längere Geschichte. Bewegungsmangel spielt dabei auch oft eine nicht unwesentliche Rolle. Das Husten vom staubigen Heu ist nur das Symptom, nicht die Ursache.

Schimmelpilzbelastetes Heu oder Kraftfutter ist zusätzlich eine immense Belastung für die Lunge.
Nicht immer hustet dann das Pferd automatisch, denn ein verspanntes Zwerchfell verhindert unter Umständen sogar, dass ein Pferd husten kann. Erst wenn das Zwerchfell gelöst ist, kann es sein, dass das Pferd anfängt zu husten, abzuschnauben und/oder sogar abzuschnottern. Jedes Pferd reagiert anders. So erlebe ich es in meinen Behandlungen!

Fehlspannungen der Bauchorgane (viszeral), entstanden durch einen Tritt in den Bauchraum, Dauerstress, Unfall, Schrecksituationen etc., können ebenso zu einem verspanntem Zwerchfell führen.
Das Zwerchfell wird vom Nervus vagus innerviert und unterliegt damit dem vegetativen Nervensystem, was in o.g. Fällen ein Rückschluss auf Stress ist, den das Pferd ausgesetzt ist. Deshalb beachte auch dein eigenes Stresslevel und bedenke, dein Pferd spiegelt dich.

Hier habe ich aus meiner Perspektive und meinen Erfahrungswerten die wichtigsten Möglichkeiten aufgezählt, die zu Husten führen können. Was hierbei Grundvoraussetzung ist, dass man das Nervensystem (Nervus vagus) und die Statik des Körpers wieder ins Gleichgewicht bringt, den Abtransport des Schleims sicherstellt (Salzsole-Therapie), für genügend Bewegung sorgt, Ernährungsfehler abstellt und die Haltungsbedingungen hinterfragt und ggf. anpasst sowie das Immunsystem stärkt.

Genau bedeutet das: Nach der Zwerchfellentspannung sollte auch die umliegende Hals-, Brust- und Rückenmuskulatur entspannt werden, damit der festgesetzte Schleim in den Atemwegen ordnungsgemäß abtransportiert werden kann.

Du hast schon viel unternommen und nichts hilft wirklich oder die Symptome tauchen immer wieder auf? Hier empfehle ich neben einer osteopathischen Behandlung (viszeral, craniosacral), mit Salzsole zu inhalieren. Anschließend sollte das Pferd ausreichend Bewegung bzw. angemessenes Training erhalten. Auf das Reiten würde ich erst mal verzichten, da wir auf der Lunge sitzen und unnötigen Druck vermeiden sollten. Damit habe ich persönlich den besten Erfolg erzielt: Meine Stute, die schulmedizinisch austherapiert war, habe ich so komplett hustenfrei bekommen. Ich habe über 2 Monate jeden Tag 2x täglich inhaliert und danach longiert, auch über Stangen, damit durch die Rückenaufwölbung noch mehr Bewegung ins Pferd kommt. Den 3. Monat habe ich 1x täglich inhaliert, anschließend longiert bzw. habe dann auch wieder mit dem Reiten angefangen. Die Bewegung nach dem Inhalieren ist unbedingt erforderlich, damit der Schleim aus den Atemwegen abtransportiert werden kann. Wichtig dabei ist, dass die Lunge ordentlich, aber dem Leistungszustand des Pferdes angepasst, arbeitet. Häufig wird in meinen Augen das Pferd zu wenig gefordert und das Problem bleibt bestehen.

Kontaktiere mich gerne, wenn du Fragen dazu hast oder eine Behandlung wünscht.

Herzliche Grüße, deine Manuela Burtelt

Wichtiger Hinweis

Die Pferdeinhalation ist eine alternative bzw. komplementäre Methode, die zur Vorbeugung und Unterstützung eingesetzt werden kann, aber keine medizinische Anwendung. Die Anwendungen in der Soleinhalation dürfen gemäß §§ 1, 3 Nr. 1 des Gesetzes über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens (Heilmittelwerbegesetz – HWG) nach derzeitiger Sachlage nicht mit Werbeaussagen in Bezug auf die Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, krankhaften Beschwerden und Leiden beworben werden. Eine ärztliche oder schulmedzinische Behandlung wird nicht ersetzt, sondern soll diese im Idealfall sinnvoll ergänzen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass keinerlei Heilversprechen gemacht werden können.